Cellulite

Gehören Sie auch zu den Frauen, die unter den Folgen eines schwachen Bindegewebes leiden?

Mehr als 85% aller Frauen ab ca. 30 Jahren sind von Cellulite - vornehmlich im Bereich der Oberschenkel, Oberarme, Hüften und des Gesäßes - betroffen. Bedingt durch die unterschiedliche Bindegewebsstruktur bei Frau und Mann, tritt die Cellulite weitaus häufiger beim weiblichen Geschlecht auf. Im männlichen subkutanen Gewebe verlaufen die Bindegewebssepten scherengitterartig und umklammern so die Fettzellen. Im weiblichen subkutanen Gewebe verlaufen die Bindegewebssepten hingegen radiär und bilden so röhrenförmige Fettzellkammern. Bei Größenzunahme dieser Fettzellen entsteht so das typische Erscheinungsbild der Cellulite mit Dellen und Vorwölbungen der Haut. Im normalen Zustand sind die Fettzellen nicht größer als ein Stecknadelkopf. Bei Cellulite erreichen diese Fettzellen jedoch leicht das Zehnfache dieser Größe. Der Grund für diese aufgeblähten Fettzellen sind nicht abgebaute bzw. abgelagerte Schlackenstoffe (Stoffwechselendprodukte), die eigentlich vom Lymphsystem abtransportiert und anschließend vom Körper ausgeschieden werden sollten. Das Lymphsystem hat jedoch im Gegensatz zum Blutkreislauf keinen direkten Antrieb - kein Herz, das die Lymphflüssigkeit durch die Gefäße pumpt (Lymphherzen haben von allen Wirbeltieren nur die Frösche). Das bedeutet, die Lymphe fließt nur, wenn man sich ausreichend bewegt und die Muskelpumpe der Beine arbeitet. Auf diesem Weg können die festen Schlackenstoffe das Zellgewebe der Haut verlassen und zu den Filterorganen des Körpers gelangen. Dabei spielt das Bindegewebe, das Haut und Muskeln zusammen hält, eine wichtige Rolle. Es sorgt dafür, dass die Muskeln, die gegen die Lymphgefäße und Venen drücken, einen "Gegendruck" erfahren - nur so kann verbrauchtes Blut und Lymphe gegen die Schwerkraft nach oben in Richtung Rumpf gedrückt werden. Ist das Bindegewebe jedoch zu schwach, fehlt den Muskeln dieser notwendige Gegendruck. Die Gefäße werden nicht ausreichend durchspült. 

Bewegungsmangel und Übergewicht sind aber nicht die einzigen Ursachen der Cellulite - sonst könnte das Auftreten der Orangenhaut selbst bei Spitzensportlerinnen nicht erklärt werden. Die Ursachen sind in einem schwachen Bindegewebe zu suchen - bedingt durch weibliche Hormone. Vorallem die Östrogene werden für eine Erschlaffung der elastischen und muskulären Fasern der Venen- und Lymphgefäßwände und des Unterhautgewebes verantwortlich gemacht. Hormone befinden sich nicht nur in pharmazeutischen Produkten (z.B. Antibabypille), sondern auch in tierischen  Nahrungsmitteln (Mastvieh!).

Je mehr sich die Fettzellen aufblähen und je mehr das Fettgewebe zunimmt, desto weiter entfernt es sich von der Blutzirkulation und desto weniger Sauerstoff kommt bei der einzelnen Fettzelle an (gestörte Mikrozirkulation). Die verminderte Mikrozirkulation führt dazu, dass das Fettgewebe der betreffenden Körperregion zu wenig Nährstoffe, Sauerstoff und lipolytische (fettabbauende) Signale erhält. Die Konsequenz ist also eine verminderte Funktion des Fettgewebes. 

Mit den ersten Furchen und Dellen am Oberschenkel zeigt unser Organismus, dass er mit dem Stoffwechselmüll nicht mehr fertig wird. Das richtige Verhältnis zwischen Versorgung und Entsorgungskapazität ist gestört!

So multifaktoriell die Entstehung der Cellulite ist, so vielschichtig sollte auch das therapeutische Herangehen sein - wenn dauerhaft positive ästhetische Resultate gewünscht sind. 

Anticellulitecremes und - lotionen können niemals alleinige Therapie sein - wohl aber ergänzend bei anderen Maßnahmen helfen. Die Behandlung richtet sich natürlich auch nach der Ausprägung. Man teilt die Cellulite in vier Stadien ein:

Wie immer in Medizin und Ästhetik gilt auch bei der Cellulite: Vorbeugen ist der beste Schutz!

Denn je älter und "reifer" die Orangenhaut ist, desto länger dauert der Kampf, bis diese besiegt ist. Folgende differenzierte Cellulitebehandlungen sollten parallel durchgeführt werden:

Reduzierung der Fettschicht oder Verkleinerung der Fettzellen, damit diese ihre Funktion wieder aufnemen können durch z.B. Fettabsaugung (Liposuktion), Laserlipolyse, Ultraschall oder Injektionslipolyse (siehe dort)z.B. durch Lymphdrainage (manuell oder verschiedene apparative Systeme); bei uns mit dem ULTRATONE - Gerät (siehe dort)
durch ausreichende Muskelpumpentätigkeit - d.h. Bewegung (Sport). Bewegung ist die Grundvoraussetzung für Gesundheit und eine gute Figur! Deshalb können Sie auf Bewegung nicht verzichten.

z.B. durch Mesotherapie (siehe dort) oder Carboxytherapie (s.d.) oder High-Tech-Cremes mit "fibro-stimulierenden" Substanzen

Reduzierung von übermäßigen Genuß von Zuckern, Fetten und Salz (Wasserbindung im Gewebe) und dafür verstärkter Verzehr von Fasern, Obst und Gemüse (Ballaststoffe/Vollwertkost); wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente kommen hauptsächlich in pflanzlichen Nahrungsmitteln vor;

Reicht die tägliche Flüssigkeitsmenge nicht aus, um den gesamten Organismus ständig und immer wieder durchzuspülen, sind alle anderen Maßnahmen nur halb so erfolgreich. Der Körper funktioniert diesbezüglich wie eine Waschmaschine: Man bekommt nur saubere Wäsche, wenn der Wasserhahn aufgedreht ist! (R.Weyergans)

Anti-Cellulite-Präparate, die insbesondere eine Steigerung des Lymphflusses herbeiführen sollen; Wichtig: Das richtige Auftragen der Cremes mittels einer Massage von rumpffern nach rumpfnah bis über die Leiste hinaus in den unteren Bauchraum hinein - ausstreichen.

 Die Cellulite-Behandlung bedarf einer individuellen Beratung und eines Behandlungsplans, der das Problem an mehreren Punkten des Entstehungskomplexes erfaßt.